CfP: Panel – Protest und Polizei in der Überwachungsgesellschaft

Auf dem Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft vom 21. bis 25. September 2015 an der Universität Duisburg-Essen in Duisburg zum Thema „Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit“ veranstalten Judith Vey und Peter Ullrich (beide TU-Berlin und Verein für Protest und Bewegungsforschung) für den  Arbeitskeis soziale Bewegungen das Panel: „Protest und Polizei in der Überwachungsgesellschaft“.

Panelbeschreibung:

Wir leben in einer Überwachungsgesellschaft: das Erfassen, Kategorisieren, Verknüpfen,
Zusammenführen und Prozessieren einer Vielzahl unterschiedlichster Daten ist in ihr ubiquitär geworden. Dahinter stehen exponentiell gewachsene technische Möglichkeiten, wie auch gewandelte Sicherheitsdispositive im Paradigma der Prävention.
Diese Entwicklung hat auch immense Auswirkungen auf den polizeilichen Umgang mit Protest.Videoüberwachung ist vom Demonstrationsgeschehen nicht mehr wegzudenken. Datenbanken erfassen Demonstrationsteilnehmer/innen und ihre Netzwerke. Verdachtsgewinnung kann auf unterschiedlichste, auch automatisierte Techniken des Profilings und Trackings zurückgreifen. Komplexe Informationssysteme werden auch auf transnationaler Ebene eingeführt.
Inhalt des Panels ist die Präsentation aktueller empirischer und theoretischer Forschungsergebnisse zum Wandel des Protest-Policings und des Verhältnisses von Polizei und Protestierenden. Es werden, aus Perspektive der politischen Soziologie, aber auch der Surveillance Studies, der Protestforschung, der Gouvernementalitätsforschung und der STS u.a. folgende Fragen adressiert:

  • Wie verändern neue technische Möglichkeiten den polizeilichen Umgang mit Protest?
  • Welche Überwachungsstrategien verwenden Polizeien und welche Unterschiede gibt es zwischen Staaten bzw. Bundesländern?
  • Nach welchen Mustern und aufgrund welcher Interessen etablieren sich Überwachungsstrategien? In welchem Verhältnis stehen dabei Einflüsse aus Politik, der Polizei als Organisation und externer Interessensgruppen?
  • Wer gerät (nicht) in die Erfassungsraster?
  • Wie gestaltet sich unter diesen Bedingungen das Verhältnis von Prävention und Repression im Protest Policing?
  • Wie reagieren soziale Bewegungen sowie Organisator/innen und Teilnehmer/innen von Protest?
  • Hält Überwachung von Protest ab und wie verändern sich Protestrepertoires?
  • Welche Auswirkungen haben diese Prozesse auf Strafverfolgung und Verurteilungen im Versammlungsgeschehen?
  • Welche Interaktionen, taktischen Adaptionen und Interdependenzen bilden sich (z.B. Spirale von Überwachung und Gegenüberwachung)?

Call:

Wir bitten bis zum 28.02.2015 um die Einsendung von Abstracts für Vorträge (max. 300 Wörter) an Peter Ullrich (ullrich@ztg.tu-berlin.de) und Judith Vey (vey@ztg.tu-berlin.de).
NachwuchswissenschaftlerInnen werden ausdrücklich ermuntert, Beiträge einzureichen. Über die Zusammensetzung des Programms wird bis Ende März 2015 informiert.

Weitere Panels des AK soziale Bewegungen auf dem DVPW Kongress 2015:

  • Lokale Protestbewegungen und internationale Politik. Destabilisierung oder Demokratisierung?
  • Bitte verhalten Sie sich ruhig. Die Praxis der Kritik und die Politik der Sicherheit
  • Zwischen Hetze und Hilfe. Politische Mobilisierung in der Flüchtlingspolitik

Hier finden sie auführliche Informationen über die weiteren Panels des Arbeitskreises soziale Bewegungen auf dem Kongress der DVPW 2015.

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