Texte zur Hochschulpolitik

In den letzten Wochen sind einige Texte von mir zur Hochschulpolitik und zur Beschäftigungsmisere des Mittelbaus (vom „Nachwuchs“ bis zu den titellehrenden Privatdozent_innen) erscheinen.

  • Im Sozblog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und in „Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft“ finden sich eine kurze (Sozblog) und eine ausführlichere (Undercurrents) Variante meines Aufsatzes „Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften.“
  • Zusammen mit Tilman Reitz habe ich „Für eine Demokratisierung von Lehre und Forschung. Diskussionsvorschlag für eine hochschulpolitische Offensive der Linken“ geschrieben, zu finden als Standpunkt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Studentische/r Mitarbeiter/in gesucht

Ich suche eine/n studentischen Mitarbeiter/in im Projekt zu Videoüberwachung von Demonstrationen.

Der Umfang beträgt 80h/Monat. Voraussichtlicher Zeitraum ist vom 15.09.2016 bis 30.04.2017.

Bewerbungsschluss ist am 25.07.2016.

Details zu der Ausschreibung finden Sie hier.

 

Crisis and Control – Zur Militarisierung des polizeilichen Umgangs mit Protest

Rezension des Buches „Crisis and Control. The Militarization of Protest Policing“ von Lesley Wood (Pluto Press 2014), Rezensent: Peter Ullrich

Aufmerksamen Beobachter_innen des Versammlungsgeschehens in westlichen Ländern wird ein Formwandel im Protest Policing, also dem polizeilichen Umgang mit Protest, nicht entgangen sein. Am augenfälligsten wird dieser Wandel in der hochtechnisierten Schutzausrüstung moderner Einsatzkräfte, die durch dunkle Farben, umfassende Panzerung, Bewaffnung und Technikausstattung meist mit „Robocops“ assoziiert wird. Zu diesem Wandel gehören auch Einsatztaktiken wie massive Kontrollen und Einschließungen (der Demonstrierenden oder ihrer Protestziele, bspw. Gipfeltreffen), die Zunahme präventiver (informationsbasierter) Einsatzkonzepte, polizeilicher Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt der vermehrte…

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Postdemokratische Empörung – Working Paper zu Mahnwachen, Pegida und, und, und…

Von wegen Sommerloch, hier kommt mein aktuelles Working Paper in der Reihe des Protestinstituts zu Empörung und Empörten in der Postdemokratie:

Postdemokratische Empörung. Ein Versuch über Demokratie, soziale Bewegungen und gegenwärtige Protestforschung, Reihe: ipb Working Papers, Juli 2015

Zusammenfassung: Weiterlesen

Arbeitskreis „Technik und Soziale Bewegungen/Protest“ bei der Tagung „Bridging and Bonding“

Am 11. und 12. September 2015 veranstaltet die Initiative für Protest- und Bewegungsforschung (angesiedelt am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin) am WZB die Tagung „Bridging and Bonding“, auf der sich die Protest- und Bewegungsforscher/innen auch mit denjenigen Wissenschaftler/innen vernetzen wollen, die einzelne thematische Bezüge zum Feld haben. Ziel ist es, in offenen Diskussionsformaten thematisch interessierte zu Teilbereichen zusammenzubringen Weiterlesen

CfP: Panel – Protest und Polizei in der Überwachungsgesellschaft

Auf dem Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft vom 21. bis 25. September 2015 an der Universität Duisburg-Essen in Duisburg zum Thema „Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit“ veranstalten Judith Vey und Peter Ullrich (beide TU-Berlin und Verein für Protest und Bewegungsforschung) für den  Arbeitskeis soziale Bewegungen das Panel: „Protest und Polizei in der Überwachungsgesellschaft“. Weiterlesen

CONCEPTUALIZING CULTURE IN SOCIAL MOVEMENT RESEARCH

CONCEPTUALIZING CULTURE IN SOCIAL MOVEMENT RESEARCH  – now available

Edited by Britta Baumgarten, Priska Daphi, and Peter Ullrich; Houndsmills, Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2014, ISBN: 9781137385789

30% discount, see a link below Weiterlesen

Protest | Culture

We are happy that our volume „Conceptualizing Culture in Social Movement Research“ has now been published. Considerable parts are available online @Google Books.

Culture has become a prominent concept in social movement research. It is, however, often employed in an unsystematic and limited way. This volume introduces and compares different concepts of culture in social movement research. It assesses advantages and shortcomings of existing concepts and introduces new approaches. In particular, it addresses facets of cultural theory that have hitherto been largely neglected in the literature on social movements. This includes ideas from anthropology, discourse analysis, sociology of emotions, narration, spatial theory, and others. The chapters in this volume address three relationships between social movements and culture: culture as a framework for movements, social movements‘ internal culture, and culture and cultural change as a result of social movement activity. For the purpose of making concepts easily accessible, each contribution explains its approach to culture in an understandable way and illustrates it with recent cases of mobilization.

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Occupy Frieden – Ergebnisse der Befragung der „Montagsmahnwachen“

Sie wurden viel diskutiert – wir wollten es wissen und haben die Teilnehmer/innen der Montagsmahnwachen in 7 deutschen Städten befragt.

Welche Ziele haben die Teilnehmer/innen? Was denken sie über die aktuelle Krise und Politik im Allgemeinen? Wie rechts sind sie? Die überraschenden Befunde kann man nun auf unserer Webseite http://protestinstitut.eu nachlesen. Ein Einblick in ein politisch unbedarftes Milieu, mit dumpfem Unbehagen, das sich von kaum jemandem repräsentiert fühlt, nicht genuin rechts ist, aber hoch anfällig für für autoritären Populismus und Verschwörungsideologien.

http://protestinstitut.eu/projekte/demonstrationsbefragungen/befragung-montagsmahnwachen/

Auszug:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bewegung der Montagsmahnwachen nicht als rechte Bewegung zu verstehen ist. In weiten Teilen ist sie klar links orientiert, was sich in Wahlverhalten und politischer Selbsteinschätzung zeigt. Zugleich gibt es das starke Bestreben, sich der rechts-links-Einordnung zu entziehen, also ein Selbstbild, das die Einteilung in rechts und links zurückweist. Dazu kommen relevante Anteile der Befragten, unter denen nicht weltbildhaft ausgeformte rechtsextreme Ideologeme zustimmungsfähig sind. Besonders antiamerikanische und verschwörungstheoretische, aber auch antizionistisch-antisemitische und autoritäre Einstellungen haben eine teils große Verbreitung. Diese Koexistenz von zumindest aus Beobachterperspektive widersprüchlich erscheinenden Inhalten wird aber anscheinend kaum als problematisch empfunden. Das in der Diskussion vielfach thematisierte Szenario der Herausbildung einer Querfront-Bewegung, die linke und rechte Inhalte integriert, erscheint vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Daten durchaus plausibel.

Der Frieden, die Ukrainekrise und das allgemeine Unbehagen

Die Mahnwachen und Montagsdemos der „Friedensbewegung 2014“ – ein ambivalentes Protestphänomen fordert die Friedensbewegung, die politische Linke und unser Verständnis politischer Konfliktlinien heraus. Eine aktueller Kommentar aus Protestforschungssicht von Peter Ullrich

Seit wenigen Wochen bildet sich ein neues Protestphänomen unter einem bekannten Namen. Mit Demonstrationen und Mahnwachen auch unter dem Label „Montagsdemos“, mit welchem sich schon die Wendedemos in der DDR 1989 und die Proteste gegen die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung bezeichneten, findet sich eine neue, bisher schwer auf einen Begriff zu bringende Melange unterschiedlichster Anliegen zusammen. Sie reichen von abstrakten Friedensforderungen über eine Kritik einseitig-antirussischer Berichterstattung in den westlichen/deutschen Medien in der Ukrainekrise, Forderungen nach demokratischer Mitbestimmung bis hin zu Kritik an den USA und insbesondere deren Federal Reserve Bank. Damit verbinden sich Themen und Ziele verschiedenster Art und höchst unterschiedlicher Rationalitätsniveaus Weiterlesen