Mobilisieren, statt jammern!

Am 21. Januar wird in Leipzig ein neuer hochschulpolitischer Akteur die Bühne betreten. Mit dem „Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft“ soll den zum ewigen Nachwuchs infantilisierten Beschäftigtengruppen des „Mittelbaus“ – von „Hilfskräften“ bis Juniorprofessor*innen – eine bundesweite Stimme verliehen werden.
Das klingt nicht sonderlich aufregend – und doch ist es eine kleine Revolution. Weiterlesen

Auf den Schäferhund gekommen?

Auf den Schäferhund gekommen? Ein Workshop zum „Schäferhund-Hoax“, kritischer Geschichtswissenschaft und akademischem Trendsurfing

Der „deutsch-deutsche Schäferhund“ geistert seit dem Frühjahr durch Online-Medien und die deutsche Presse. Während die Wissenschaftsparodie von Alan Sokal vor 20 Jahren jedoch ausführliche Debatten nach sich zog, hat der Hunde-Hoax, mit dem eine Gruppe anonymer Satiriker*innen auf einer Berliner Nachwuchstagung zu Human-Animal-Studies und in der Hauszeitschrift des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts reüssierte, innerhalb der Geschichtswissenschaft bislang auffällig wenig Resonanz gefunden. Das ist erstaunlich, fordert die frei erfundene Studie über Schäferhunde in NS-Konzentrationslagern, sowjetischen Speziallagern und Weiterlesen

Texte zur Hochschulpolitik

In den letzten Wochen sind einige Texte von mir zur Hochschulpolitik und zur Beschäftigungsmisere des Mittelbaus (vom „Nachwuchs“ bis zu den titellehrenden Privatdozent_innen) erscheinen.

  • Im Sozblog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und in „Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft“ finden sich eine kurze (Sozblog) und eine ausführlichere (Undercurrents) Variante meines Aufsatzes „Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften.“
  • Zusammen mit Tilman Reitz habe ich „Für eine Demokratisierung von Lehre und Forschung. Diskussionsvorschlag für eine hochschulpolitische Offensive der Linken“ geschrieben, zu finden als Standpunkt bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Für gute Forschung und Lehre – Schluss mit der Exzellenzinitiative

Mit etwa 100 anderen Forscher_innen habe ich mich in einer öffentlichen Erklärung gegen die Fortführung der Exzelleninitiative ausgesprochen. Statt Fassadenkultur und Prestigefetisch wollen wir eine solide und breite Basis für gute und inklusive Forschung und Lehre!

Jetzt mit unterzeichnen oder mehr dazu lesen!

Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Offener Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie

Auch die wissenschaftlichen Fachgesellschaften können sich für gute Arbeit einsetzen. Eine Initiative fordert dies nun insbesondere von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Zur Pressemitteilung (PDF) Weiterlesen

Hamburg/Gefahrengebiete

Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Gefahrengebiete, die die Hamburger Polizei nach Landgrafenart (M. Kutscha) einrichtet, hier nochmal ein Hinweis auf einen Aufsatz von mir und Marco Tullney, der dieses polizeiliche Sonderrecht der „Gefahrengebiete“, „gefährlichen Orte“ oder „Kiriminalitätsbrennpunkte“ als vielfältig anwendbare soziale Ordnungs- und Kontrollstrategie untersucht:

Ullrich, Peter; Tullney, Marco 2012: Die Konstruktion gefährlicher Orte. Eine Problematisierung mit Beispielen aus Berlin und Leipzig, Sozialraum.de 2/2012, http://www.sozialraum.de/die-konstruktion-gefaehrlicher-orte.php. Weiterlesen

Buchankündigung (Oktober): Deutsche, Linke und der Nahostkonflikt

Im Oktober erscheint mein neues Buch:

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Peter Ullrich

Deutsche, Linke und der Nahostkonflikt
Politik im Antisemitismus- und Erinnerungsdiskurs

Mit einem Vorwort von Micha Brumlik
ca. € 19,90 (D) | ca. € 20,50 (A) | ca. SFr 27,90

Inhalt:

Linke Nahostdiskurse im Spannungsfeld von Erinnerungszwang und Erinnerungsabwehr.

Immer wieder wird in Deutschland kontrovers diskutiert, ob, wann und warum israelkritische Positionen zum Nahostkonflikt nur kaschierter Antisemitismus seien.
Peter Ullrich beleuchtet neue Perspektiven: Einerseits haben Lernprozesse der vergangenen Jahrzehnte dazu geführt, dass die linke Nahostdebatte in Deutschland heute komplexer und ausgewogener ist denn je. Andererseits bleiben doch die Gefahren für eine universalistische linke Position erkennbar. Immer wieder droht der Umschlag ins Partikulare, sei es in Form von Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit oder extremer Überidentifikation mit Konfliktakteuren.
Aus wissenssoziologischer und diskursanalytischer Perspektive untersucht der Autor verschiedene Aspekte des deutschen Blicks auf den Nahostkonflikt.

Mehr beim Verlag

Buchvorstellungen: u.a. 31.10.2013 von Rosa-Luxemburg-Stiftung & Zentrum für Antisemitismusforschung (mit dem Autor und Micha Brumlik, Werner Bergmann, Florian Weis)

Weitere Veranstaltungen hier

Protest- und Polizeiforscher/innen zur Polizeigewalt gegen Blockupy 2013

Offener Brief an die Landesregierung in Hessen
(see English below)

Protest- und Polizeiforscher*innen empört über Polizeigewalt gegen Blockupy-Proteste

Wir sind äußerst beunruhigt über das Vorgehen der Polizei gegen die Blockupy-Demonstration am 1. Juni 2013 in Frankfurt am Main. Als Protest- und/oder Polizeiforscher*innen haben wir die Entstehung der aktuellen Krisenproteste intensiv verfolgt und sind vertraut mit Erscheinungsformen und Dynamiken sozialer Proteste. Derzeit erleben wir große gesellschaftliche Umbrüche, die als Währungs-, Wirtschafts- oder Finanzkrise beschrieben werden. Gerade in solchen zentralen Fragen, wie der Sozial-, Geld- und Wirtschaftspolitik bedarf es eines breiten gesellschaftlichen Diskurses – und zu diesem gehören auch Meinungsäußerungen durch Demonstrationen und Proteste. Immer häufiger ist aber zu beobachten, dass von Seiten der Staatsmacht solche demokratischen Prozesse unterbunden oder stark behindert werden. Weiterlesen

Visual Analysis of social movements

The latest issue of „Research in Social Movements, Conflict and Change“ deals with the visual analysis of social movements.

Together with Priska Daphi and Anja Lê I wrote a piece about „Images of Surveillance: The Contested and Embedded Visual Language of Anti-Surveillance Protests“.

Abstract: This chapter provides an analysis of images produced and employed in protests against surveillance in Germany in 2008 and 2009. For this purpose, a method of visual analysis is developed that draws mainly on semiotics and art history. Following this method, the contribution examines a selection of images (pictures and graphic design) Weiterlesen

FABRIKEN DES WISSENS – ARBEITSBEDINGUNGEN UND ARBEITSKÄMPFE IM WISSENSCHAFTSBETRIEB

Einladung zur Podiumsdiskussion und Workshop:

„FABRIKEN DES WISSENS – ARBEITSBEDINGUNGEN UND ARBEITSKÄMPFE IM WISSENSCHAFTSBETRIEB“

25. – 26. JANUAR 2013

Arbeit in der Wissenschaft ist zunehmend prekär

Akademiker_innen scheinen privilegiert: ihr Einkommen ist höher als das anderer Berufsgruppen, sie haben ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden, und einen größeren Handlungsspielraum in der Gestaltung ihrer Arbeit. Für das Berufsfeld Wissenschaft trifft diese Beschreibung jedoch auf die Mehrzahl der Beschäftigten nicht zu: Die meisten Personen sind befristet beschäftigt, oftmals Weiterlesen →