Protest | Culture

We are happy that our volume „Conceptualizing Culture in Social Movement Research“ has now been published. Considerable parts are available online @Google Books.

Culture has become a prominent concept in social movement research. It is, however, often employed in an unsystematic and limited way. This volume introduces and compares different concepts of culture in social movement research. It assesses advantages and shortcomings of existing concepts and introduces new approaches. In particular, it addresses facets of cultural theory that have hitherto been largely neglected in the literature on social movements. This includes ideas from anthropology, discourse analysis, sociology of emotions, narration, spatial theory, and others. The chapters in this volume address three relationships between social movements and culture: culture as a framework for movements, social movements‘ internal culture, and culture and cultural change as a result of social movement activity. For the purpose of making concepts easily accessible, each contribution explains its approach to culture in an understandable way and illustrates it with recent cases of mobilization.

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Occupy Frieden – Ergebnisse der Befragung der „Montagsmahnwachen“

Sie wurden viel diskutiert – wir wollten es wissen und haben die Teilnehmer/innen der Montagsmahnwachen in 7 deutschen Städten befragt.

Welche Ziele haben die Teilnehmer/innen? Was denken sie über die aktuelle Krise und Politik im Allgemeinen? Wie rechts sind sie? Die überraschenden Befunde kann man nun auf unserer Webseite http://protestinstitut.eu nachlesen. Ein Einblick in ein politisch unbedarftes Milieu, mit dumpfem Unbehagen, das sich von kaum jemandem repräsentiert fühlt, nicht genuin rechts ist, aber hoch anfällig für für autoritären Populismus und Verschwörungsideologien.

http://protestinstitut.eu/projekte/demonstrationsbefragungen/befragung-montagsmahnwachen/

Auszug:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bewegung der Montagsmahnwachen nicht als rechte Bewegung zu verstehen ist. In weiten Teilen ist sie klar links orientiert, was sich in Wahlverhalten und politischer Selbsteinschätzung zeigt. Zugleich gibt es das starke Bestreben, sich der rechts-links-Einordnung zu entziehen, also ein Selbstbild, das die Einteilung in rechts und links zurückweist. Dazu kommen relevante Anteile der Befragten, unter denen nicht weltbildhaft ausgeformte rechtsextreme Ideologeme zustimmungsfähig sind. Besonders antiamerikanische und verschwörungstheoretische, aber auch antizionistisch-antisemitische und autoritäre Einstellungen haben eine teils große Verbreitung. Diese Koexistenz von zumindest aus Beobachterperspektive widersprüchlich erscheinenden Inhalten wird aber anscheinend kaum als problematisch empfunden. Das in der Diskussion vielfach thematisierte Szenario der Herausbildung einer Querfront-Bewegung, die linke und rechte Inhalte integriert, erscheint vor dem Hintergrund der widersprüchlichen Daten durchaus plausibel.